About 2017-12-03T17:48:58+00:00

„Kann Mode glücklich machen? Ich finde: Ja. Sie kann.

Wenn sie fasziniert und begeistert.“

– Lucia von Braun –

Lucia von Braun
Lucia von Braun

Kann Mode glücklich machen? Ich finde: Ja. Sie kann. Wenn sie fasziniert und begeistert. Wegen der Materialien beispielsweise, die sich wunderbar anfühlen: himmlisch weich und streichelzart; oder besonders glatt und crisp; oder fest, stabil, fast wie ein schöner Schutz, der einen umgibt. Auch Farben können glücklich machen: klare, starke Farben, die jede für sich ein Statement ist; oder zarte, raffinierte Töne, die leise sind und umso nachhaltiger klingen. Dann die Schnitte, die am allerbesten die Kreativität und Meisterschaft des Designers spiegeln. Ob oversize oder figurbetont – Hauptsache neu gedacht!

2015habe ich meinen Laden in München Schwabing eröffnet. Und mir damit einen Traum erfüllt (ich bin gelernte Schneiderin, habe BWL studiert und nach einer längeren Babypause viele Jahre in der Fashion-Branche gearbeitet): Mode, wie ich sie verstehe und liebe, zu präsentieren und meine Kundinnen dafür zu begeistern. Für Labels, die außergewöhnlich und besonders sind, aber (noch) nicht so bekannt, dass man sie überall finden würde. Die modern und trendig sind, aber keinesfalls Mainstream. Und die Produkte herstellen, die dank ihrer Qualität – sowohl was die Materialien angeht, also auch was die Schnitte betrifft ­ – lange Zeit Freude machen.

Sofie D’Hoore etwa schafft es immer, mit scheinbar klassischen Schnitten eine außergewöhnliche Silhouette zu zaubern. Antonio Marras: Seine Statement-Pieces sind nichts weniger als moderne Märchen aus Stoff. La Prestic Ouiston verzaubert mit ungewöhnlichen Prints und Materialkombinationen, die man so noch nie gesehen hat. Der Japaner Hiroyuki Murase, der für sein Label Suzusan die traditionelle Färbetechnik Shibori verwendet und aus den kunstvollen Stoffen trendige Mode schneidert. Oder Heike Deiters, deren Label La Perlina dem Begriff ‚klassische Eleganz’ einen ganz neuen, aktuellen Twist verschafft.

So unterschiedlich die Labels, die ich führe, auch sind: Was sie verbindet, ist das Herzblut, mit dem der jeweilige Designer seine Kollektionen entwickelt. Ich finde, das sieht man den Entwürfen an. Keine kühl und strategisch geplanten, auf möglichst raschen und hohen Absatz ausgerichteten Fließband-Produkte, sondern individuelle Teile, die viel mit der Persönlichkeit des Kreativen zu tun haben. Bei meinen Messebesuchen in Paris und Mailand geht es immer auch darum, neue Labels zu entdecken, den Kontakt zu den Designern zu intensivieren und dann genau die Teile zu ordern, mit denen ich meine Kundinnen überraschen und begeistern kann.